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Transkript

00:08

Was ist das?Sollte man seine Karriere planen oder offen für unerwartete Abzweigungen bleiben?

00:17

Ja, auch eine sehr spannende Frage.Ich arbeite ja nicht mehr.

00:20

Ich bin in einem Alter, dann nennt man sich Privatier oder auch Rentner.

00:25

Ich habe also meine berufliche Karriere hinter mir und wenn ich zurückblicke auf meine Karriere, muss ich erkennen, dass diese Wege, die ich gemacht habe, nicht planbar waren.

00:34

Da waren Entscheidungen dabei, die zum Teil aus dem Bauchgefühl herausgefallen sind oder aufgrund von innerer Unruhe bei mir irgendwann entstanden sind und ich sehr oft Themen entschieden habe, die mich dann weitergebracht haben.

00:49

Und es hat begonnen bei mir,ich habe Betriebswirtschaft, internationale Betriebswirtschaft studiert in London und in Reutlingen.

00:56

Ich habe Praktikas gemacht bei Herstellern von Omnibusen einmal und ein Praktikum bei einem Sportartikelhersteller namens New Balance in England.

01:04

Und durch dieses Praktikum bei New Balance in England bin ich nach dem Studium direkt bei einem Sportartikelzulieferer eingestiegen in Deutschland und wurde dort im Export tätig, habe sofort Verantwortung bekommen für ein kleines Team, aber auch für viele, viele Exportmärkte.

01:21

Und da bin ich drei Jahre lang gereist, sehr intensiv durch die ganze Welt.

01:25

Ich war damals ein junger Mann mit 25 und hatte aber eine Beziehung zu meiner heutigen Frau und irgendwann wollten wir eben auch Familie gründen.

01:33

Und als das Thema ein bisschen spruchreifer wurde, unser erster Sohn geboren wurde, meinte meine Frau: „Es ist nicht so gut, wenn du sechs Wochen im Jahr immer wieder nur in Asien bist.

01:42

Ich hätte gern, dass du mehr zu Hause bist." und das war so die Initialzündung für mich, zu sagen: Jetzt muss ich gucken,dass ich ein anderes Arbeitsumfeld finde und nicht wie im Export ständig unterwegs bin.

01:53

Und so kam ich aufgrund einer Annonce zu einem Bushersteller, zu Neoplan,den ich von einem Praktikum kannte und wurde dort mit 28 Jahren Geschäftsführer der Landesgesellschaft in Österreich.

02:07

Auf der einen Seite ruhiges Umfeld, auf der anderen Seite natürlich eine ganz spannende Aufgabe viel, viel mehr, Verantwortung,unternehmerische Verantwortung, noch relativ wenig Personalverantwortung, weil dort das Team war sehr klein, aber ich musste sehr viele Entscheidungen treffen.

02:23

Und ich war dort drei Jahre in Österreich und bin dann, als es in Deutschland eine Veränderung im Management gab, zurückgekehrt nach Deutschland im Jahr '91 und habe dort eine Führungsverantwortung im Vertrieb für Deutschland übernommen und das Österreich noch mit, aus der Entfernung mit gemanagt.

02:41

Und deshalb Kompass, ja, ist wirklich sehr, sehr wichtig für mich gewesen, weil ich in diesem Unternehmen, wo ich dann von 28 bis zum 35 Lebensjahr war, erfahren musste, dass auch wichtig ist, dass man eine Perspektive hat in dem Unternehmen oder der Arbeitgeber selber eine Perspektive hat.

02:59

In diesem Fall gab es leider einen tragischen Todesfall.

03:02

Der Unternehmenschef, der ein Familienmitglied ist, ist tödlich verunglückt und es war für mich der Anlass, zu sagen, ich sehe keine Perspektive, dass dieses Unternehmen überleben kann.

03:12

Jetzt muss ich schauen, dass ich woanders hin komme.

03:15

Und nachdem ich bei zwei mittelständischen Unternehmern war, die Familien geführt waren, kam ich dann zum ersten Mal im Jahr '95 mit dem Konzern in Berührung, und zwar mit Volvo Trucks, aus Göteborg und war dort in Deutschland in der Verkaufsleitung tätig, für Volvo Trucks fünf Jahre.

03:32

Extrem spannend.Die Schweden haben mich sehr gefördert, auch mit Managementprogrammen, was immer wieder wichtig ist, dass man sich weiterbildet.

03:39

Und dann kam irgendwann mal einen Kontakt zu Daimler Basis und dort bin ich hin gewechselt im Jahr 2000.

03:48

Zunächst war ich in Deutschland für die Marke Setra zuständig, dann nach sieben Jahren kam wieder ein Wechsel.

03:53

Auch das ist so etwas, wo ich rückblickend sagen kann: Ja, ich habe es nie lange ausgehalten, maximal fünf bis sieben Jahre in einem Job.

04:01

Dann schlich sich so eine gewisse Routine ein und ich wollte dann wieder was Neues machen. Ich brauchte eine neue Herausforderung.

04:08

In meinem letzten Job bei Daimler Basis kam diese Herausforderung durch einen Wandel in der Technologie, in der Antriebstechnologie bei Omnibussen,von dieselbetriebenen Fahrzeugen zu elektrisch betriebenen Fahrzeugen.

04:22

Dieser Wandel war so elementar, dass es wirklich eine komplett neue Herausforderung war für mich, für mein Arbeitsumfeld.

04:29

Das war eine sehr, sehr spannende Zeit.